Die neuen Mälze-Mauersegler-Nistkästen werden wetterfester und komfortabler ausgestattet!

Hatten wir uns doch schon ganz zu Anfang Gedanken gemacht über die fällige Erneuerung, so wollten wir jetzt neben dem Einbau der Starensperre zusätzlich auch den Innenbereich aller Kästen für Vogeleltern und Jungtiere bequemer ausstatten. Bewährt hatte sich eine Art Polster, die mir schon vor zehn Jahren mein Mauerseglerfreund Martin Grund empfohlen und für meinen "Besonderen Nistkasten" mitgegeben hatte. In der Zwischenzeit hatte ich vergessen, woher er das Material stammte. Aber eine Nachfrage brachte es wieder an den Tag: Man musste zu einer Polsterei gehen, die für alle möglichen Möbel dieses weiche und strapazierfähige Material verarbeiteten. Was lag näher als den Geschäftsführer anzusprechen, der meinen alten Wohnzimmersessel aufgepolstert hatte? Schnurstracks fuhr ich zur Polsterei Heyd, wo ich gleich von zwei netten Herren, dem Chef und seinem Schwager Herrn Jambor empfangen wurde. Letzterer, immer mit einem Scherz auf den Lippen, hörte sich mein Begehren an, ging dann schweigend in den Hof, öffnete die Garagentür und hielt nach einigen schnellen Handgriffen, verschmitzt lächelnd mein gewünschtes Polstermaterial: "Ist es das, was Sie meinen? Davon haben wir noch von einer anderen Produktion etliche Reststücke!"

Garage
Was verbirgt sich dahinter?
Suchen
Ein paar Minuten des Suchens
Poster
und hier ist das Material.

Danach kehrte er in die Werkstatt zurück, betrachtete den mitgebrachten Vorzeige-Nistkasten, machte sich einige Notizen und meinte trocken: "Ich weiß jetzt Bescheid und spätestens am Wochenende ist alles fertig" Da konnte ich nur noch staunen!

Daraufhin erklärte Herr Jambor mir an einem Beispiel die einzelnen Arbeitsschritte, die ich natürlich blitzschnell fotografierte. Sie zeigen dem Laien nicht nur wie viele versteckte Handgriffe bei dieser Arbeit erledigt werden mussten, sondern helfen vielleicht dem einen oder anderen Nistkastenausstatter bei ähnlichen Unternehmen. Als erstes nahm der Schwager des Geschäftsführers mehrere dieser langen Reststücke mit in die Werkstatt. Dort erfolgte die erste genaue Messung von Länge und Breite des Filzstreifens, gemäß der von mir angegebenen Kastenlänge und Kastenbreite. Was zu breit war, wurde eben passend gemacht!

Messung
Messung
Zuschnitt
Zuschnitt
Längenmessung
Längenmessung
Breitenmessung
Breitenmessung

Danach wurde sicherheitshalber noch einmal nachgemessen und dann dieser lange Filzstreifen halbiert. Auf diese Weise hatte man dann sofort zwei gleiche Filzstücke.

Zuschnitt
Aus eins
Zuschnitt
mach zwei !
Zuschnitt
Reichen die Filznesteinlagen?

Da der Meister sehr genau arbeitete (bewundernswert!), erfolgte eine nochmalige Überprüfung von Länge und Breite dieser nun entstandenen Nesteinlage. Dieser Vorgang wurde so oft wiederholt bis für alle Kästen eine benötigte Nesteinlage vorrätig war. Danach kam der schwerste Teil der Nistkasteneinlage: In jedes Bodenteil mussten Nistkuhlen hineingeschnitten werden. Ich selbst hatte das schon zu Hause probiert und war dabei schon ein wenig an meine Grenzen gestoßen! Jedoch der Meister winkte ab. Tatsächlich, mit dem tollen Schneidegerät und mit seinem Geschick, schnitt er in kürzester Zeit diese Kuhle in alle Filzeinlagen.

Spezialgerät
Das Spezialgerät
Kuhle
Die erste Nistkuhle ist fertig
Kuhle
So sieht die Kuhle für die Nestlinge aus

Am Wochenende fuhr ich wieder bei der Polsterei vorbei und tatsächlich, da waren alle Polster fertig und warteten nur darauf in die bereit stehenden Kästen eingepasst zu werden. Das ging sehr schnell, denn alle waren ja Maßarbeit.

Nochmals ein herzliches Dankeschön den beiden Herren der Polsterei Heyd und ein "Vergelt's Gott dafür, dass alle Nisteinlagen für Gottes Lohn hergestellt wurden.

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Stand: 15.04.2012 17:27
Mauersegler