Herrmann's Reise nach Afrika von Asli

"Brrrr, ich muss hier raus aus Deutschland!", dachte sich Herrmann, der Mauersegler. "Es ist einfach zu bitterkalt hier." Auch sein Freund Hans klirrte vor Kälte: "Langsam aber sicher müssen wir die Reise Richtung Afrika einschlagen. Aber erst einmal überlegen wir uns, wie wir dahin kommen!" Es war ihre erste große Reise nach Afrika. Herrmann und Hans waren nach einiger Zeit verzweifelt: "Und wenn uns etwas dabei passiert?" dachten sie sich. Herrmann grübelte und machte sich dann einen Plan. Er rief Hans zu: "Lieber Hans, ich weiß, wie wir nach Afrika kommen! Zuerst müssen wir über das schöne Italien und dann über das Mittelmeer nach Afrika".

Hans meinte in diesem Moment ein bisschen kleinlaut, dass er trotzdem ein wenig Angst hätte. Doch Herrmann tröstete ihn und sagte:" Du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde einfach einen anderen Vogel fragen, der bereits den Flug nach Afrika hinter sich hat". Gesagt, getan.

Bei einem Flug am nächsten Tag über den Frankfurter Dom, stieß Herrmann zufällig auf den Storch Lukas und fragte ihn: "Hallo Storch, bist du schon mal nach Afrika geflogen?" "Ja sicher", erwiderte der Storch Lukas ganz hochnäsig. Jedoch als erkannte, dass der Mauersegler noch so ein Grünschnabel war nahm er ihn unter seinen Flügel und erklärte ihm Schritt für Schritt wie er nach Afrika käme. Voller Freude wieder zuhause, drückte Herrmann seinen Freund Hans an sich und sagte: "Junge, komm, wir fliegen morgen los nach Afrika. Im Dezember ist es hier zu kalt. Aber versprochen, wir kommen wieder zurück nach Deutschland."

Ein bisschen mulmig war Herrmann schon dabei, aber er ließ es sich nicht anmerken, damit Hans keine Angst kriegte. Er konnte in dieser Nacht auch nicht besonders gut einschlafen und hatte sogar einen Alptraum.

Am nächsten schrie Hans: "So jetzt geht's los - aufstehen, wir fliegen doch heute los nach Afrika". Herrmann war ein wenig daneben, rappelte sich aber wieder auf und zwitscherte ihm zu: "Ja, los ab nach Afrika, zur heiß ersehnten Sonne, zu Wärme und Meer und vielleicht zu einer neue Freundin".

Hans und Herrmann flogen endlich los. Am Gebirge angekommen, trafen sie einen Adler. Den fragten sie wohin er fliegen würde.

Er krächzte: "Ich fliege nach Griechenland und ihr?" Beide riefen ihm gleichzeitig zu: "Nach Afrikaaaa !!"

Sehr motiviert und voller Freude erreichten sie Italien nach zwei Tagen. Sie waren sehr froh, dass ihnen bis hier nichts passiert war. Zufällig trafen sie dort einen Kuckuck und fragten auch ihn nach dem Weg. Herrmann gab zu: "Ich habe zwar den Storch Lukas auch gefragt, doch jetzt habe ich alles vor lauter Aufregung und Anstrengung vergessen". Der Kuckuck meinte: "Macht doch eine kleine Rast bei mir, ich lade euch ein in meinen Baumnistkasten.. Hans und Herrmann sind überglücklich endlich mal ein bisschen ausruhen zu können. Dort angekommen schlafen sie sofort ein.

Am nächsten Tag wachen sie auf, weil sie ein ganz lautes Geräusch hören: Eine Kreissäge, die den Baum fällt. Der Kuckuck war ganz verzweifelt und jammerte: "Was mache ich den jetzt ohne meine Wohnung?" Da schlug Herrmann vor: "Komm doch einfach mit nach Afrika mit uns, du kennst auch sicherlich besser den Weg als wir". Das ermunterte Kuckuck Markus und er war auch sofort einverstanden mitzufliegen.

Nun waren sie zu dritt und flogen und flogen. Nach einer Wochen kamen sie am Meer an. Von weitem konnte man schon das Salz des Meeres riechen. Hhhhm, es wurde auch immer wärmer. Dort angekommen trafen sie einen Delphin. Sie wunderten sich über die Größe dieses Tieres. "Hallo du da unten!", schrieen sie ihm zu. Der Delphin winkte ihnen mit einer Flosse zu: "Was machst du den so im Wasser ? Kannst du auch fliegen ? Du springst nämlich so hoch". Doch der Delphin erwiderte-: "Nein ich kann nicht fliegen! Jedoch bin ich einer der besten Schwimmer dieser Erde und kann Saltos auf dem Wasser schlagen". Das beeindruckte die Vögel schwer. Und sie entschlossen sich ein bisschen Rast auf dem Rücken des Delphines, der Philipp hieß, zu machen.

Philipp war ganz sachte und passte auf, dass die Vögel keine Welle überflutete. Ein paar Tropfen Wasser hatten sie schon erwischt, doch das machte gar nichts, denn das war superspaßig. Alle drei verabschiedeten sich dann von Philipp und flogen dann weiter.

Bild von Asli
Bild von Asli: Herrmann, Hans, Markus und Philipp

Langsam bekamen sie Hunger. Doch sie mussten weiterfliegen. Unter ihnen befand sich nur Meer und kein Festland. Ab und zu sahen sie dann noch die Tiere die wie Philipp aussahen. Sie lachten ihnen zu und winkten mit ihren Flügeln. Nach ein paar Wochen sahen sie endlich Land unter sich. Der Kuckuck schrie: "Hans und Herrmann, ich glaube wir sind gleich da!" Sie jubelten und flogen gleich noch schneller. Bald waren sie sehr erschöpft, denn sie waren ja schon wochenlang unterwegs.

Endlich in Afrika - diese Wärme- wie wunderbar. Es war hier ganz toll. Doch dem Hans war es nicht ganz wohl zumute: Hier gab es Bäume bis zum Himmel und vor allem gab es hier auch viele andere Tiere, die er in Deutschland noch nie gesehen hatte. Der Kuckuck Markus aber dachte praktisch: "So jetzt müssen wir uns zuerst ein Quartier suchen!"

Im Dschungel war es sehr dunkel. Von überall hörten sie Geräusche oder sahen einfach irgendwo Augen, die sofort wieder verschwanden. So unheimlich hatten sie sich Afrika eigentlich nicht vorgestellt! Herrmann wollte nichts mehr wahrnehmen und schlief bald ein. Er hatte wirklich einen komischen Traum. Hans und Markus kuschelten sich auch an einander und bald sanken alle drei Freunde in den Schlaf.

Am nächsten Tag pochte jemand mit dem Schnabel auf dem Kopf von Herrmann ! "Steh auf! Das ist mein Platz!" sagte jemand ganz hochmütig. Es war tatsächlich das Schönste was Herrmann je gesehen hatte: Eine Mauerseglerin stand vor ihm. Sie hatte wunderschöne Augen. Herrmann verliebte sich gleich in sie. Doch der Schmerz auf seinem Kopf weckte ihn schnell aus seiner Träumerei auf. "Hey, was soll das?" schrie Herrmann sie an. "Warum pickst du mich auf den Kopf ? Das tut weh!" Oh dann wurde die Mauerseglerin ganz rot. "Das war keine Absicht, Entschuldigung, aber du bist in meinem Bett eingeschlafen." Das wiederum war Herrmann peinlich. Er fragte nach ihrem Namen und erfuhr ihn: Isabell. Er fragte sie auch, ob sie sich allein in Afrika aufhielte. Sie erzählte ihm, dass sie den Anschluss zu den anderen Zugvögel verloren hätte und jetzt ganz alleine wäre. Irgendwie freute sich Herrmann darüber, dass sie niemanden hatte. So konnte er bei ihr bleiben. Auch Isabell gefiel der Herrmann. Deswegen kuschelte sie sich an ihn und fragte ihn nach, ob er jetzt immer bei ihr bleiben würde. Und er war überglücklich und flüsterte: "Natürlich, natürlich".

So waren sie dann Wochen später eine kleine Familie in Afrika. Isabell und Herrmann heirateten und Hans und Markus feierten mit. Es waren auch die Verwandten von Isabell dabei und so wurden sie eine riesengroße Familie von Mauerseglern und einem Kuckuck.

Später trafen sie auch noch Lukas den Storch. Der gratulierte ihnen und bot ihnen an, die Reise wieder zurück nach Deutschland gemeinsam zu machen. Sie freuten sich sehr darüber. Nach dem Fest hatte Herrmann manchmal Heimweh nach Deutschland, doch dahin würde er ja bald wieder zurückkommen, denn in Afrika was es ihm ein wenig hektischer und gruseliger als in Deutschland.

Ende

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Stand: 07.03.2010 13:50
Mauersegler