"Das steht dem Stadtteil 'gut zu Gesicht'"

In der Hans-Herrmann-Schule ist die "größte Sanierungsmaßnahme der Stadt" abgeschlossen

Von Hans Scherrer, MZ

Schulhaus
Insgesamt wurden über 26 Millionen Mark in die
Hans-Herrmann-Schule investiert (Fotos: Kober)

REINHAUSEN. Eine so ellenlange Einladung hatte selbst der Leitende Regierungsschuldirektor Dieter Hocke von der Regierung der Oberpfalz, Dieter Hocke, eigenem Bekunden zufolge noch nie erhalten: Einweihung des Erweiterungsbaus der Hauptschule Hans-Herrmann, des Neubaus der Sporthalle und der Sanierung des Grundschul-und Förderschulgebäudes. Entsprechend lang war die Feier und die Liste der Ehrengäste. Prominentester Gast war Antoine Grassin, französischer Generalkonsul, der eigens nach Regensburg gereist war.

"Mit großer Freude können wir heute den Abschluss der derzeit größten Schulbau- und Sanierungsmaßnahme in Regensburg feiern", meinte gestern ein sichtlich stolzer "Schulbürgermeister" Gerhard Weber, sei doch die Hans-Herrmann- Grund-, Haupt- und Förderschule nunmehr zu einem zeitgemäßen Lern- und Lehrort geworden, in dem sich alle Beteiligten wohl und zu Hause fühlen könnten. Und mit der stolzen Summe von 26 Millionen Mark hätten auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, "dass diese drei Schulen ganz spezielle Akzente setzen können: Die von der Grundschule so geliebten und gehegten Mauersegler haben hier nach wie vor eine Heimat".

Mauerseglerlied
Sparten nicht mit Kritik an den Planern:
die "Mauersegler" der Hans-Herrmann-Schule
unter der Leitung von Arlet Wills

Beifall brandete auf, als Weber das Abstimmungsergebnis des Umweltausschusses des Stadtrates vorab bekannt gab: Für ihr Projekt "Vögel in und am Schulgebäude" erhält die Hans-Herrmann-Grundschule den Umweltpreis der Stadt Regensburg. Einen kräftigen Seitenhieb verpassten dann die "Mauersegler", ein Gesangsensemble der Schule (siehe Bild !) dem Architekturbüro, das sich in seinen Planungen zum Thema Nistkästen "auf stur gestellt" hatte. Mit vereinten Kräften von Eltern und Schülerschar, Lehrer und Tanten und "Leuten, die uns gar nicht kannten", wurde den Architekten dann doch noch "die Tour vermasselt", wie es stolz im Lied hieß...

"Wir können uns heute über ein Gesamtwerk freuen, das allen Ansprüchen gerecht wird und auch dem Stadtteil gut zu Gesicht steht", sagte Oberbürgermeister Hans Schaidinger in seiner Ansprache und nannte auch die Gründe, warum es bis zur gestrigen Einweihungsfeier "so lange" gedauert hatte. So sei nach Vorlage aller Beschlüsse und Genehmigungen noch 1995 mit den Planungen und im September des selben Jahres mit dem Erweiterungsbau der Hauptschule begonnen worden. Die Fertigstellung habe im Mai 1997 stattgefunden. Unmittelbar daran schlossen sich die Instandsetzung des bestehenden Traktes sowie der Bau der neuen Pausenhalle an. Im April 1998 begann die Sanierung des Grundschulgebäudes, danach die der Förderschule, die im letzten September beendet war. Und am Neubau der Sporthalle würden derzeit die letzten Feinarbeiten abgeschlossen.

Partnerschaft mit der Auvergne

"Dank einer ausgezeichneten Planung und Organisation- vor allem durch die Schulleitungen - konnte vermieden werden, dass Klassen aus diesem Schulzentrum in andere Stadtteile ausgelagert werden mussten", sagte Schaidinger und nannte anerkennend auch die Arbeit des Stadtrates von 1990 bis 1996 und seiner Amtsvorgängerin Christa Maier. Mit dieser 26 Millionen Mark teuren Gesamtmaßnahme habe die Stadt erneut deutlich gemacht, dass sie einer bestmöglichen Ausstattung und einem optimalen Zustand "ihrer" Schulen hohe Priorität einräumt.

Grassin
Erstmals zu Besuch in
Regensburg: der französische
Generalkonsul Antoine Grassin

Ein lebendiges Schulleben als bewusste Gestaltung des menschlichen Miteinander sei das beste Mittel gegen einen freudlosen Schulbetrieb, sagte Schaidinger. Dem trügen diese drei Schulen - Grund-, Haupt- und Förderschule - bereits in sehr anerkennungswerter Weise Rechnung. Sei es das Engagement der Grundschule im Umweltschutz (Stichwort: "Mauersegler") oder bei der Städtepartnerschaft mit Clermont-Ferrand, sei es der Einsatz der Hauptschule beim Konfliktmanagement (Stichwort "Konfliktlotsen") und im EDV-Bereich oder die Teilnahme des Sonderpädagogischen Förderzentrums am Schulversuch "Multimedia für Sprachbehinderte" - hier werde belegt, dass "Schulentwicklung und Profilbildung" längst stattfinden.

Nicht zuletzt das Engagement der Grundschule hinsichtlich des Vermittelns der französischen Sprache habe ihn veranlasst, der Schule und somit auch erstmals der Stadt seinen Besuch abzustatten, sagte der französische Generalkonsul Antoine Grassin. Und da nicht nur die Stadt Regensburg eine Partnerschaft mit Clermont-Ferrand unterhalte, sondern auch andere oberpfälzische Gemeinden mit Kommunen in der Auvergne, regte Grassin eine Partnerschaft des Bezirks mit der Auvergne an.

Quelle: MZ, 10.07.2001
Stand: 26.09.2017 00:33
Mauersegler