Schüler begrüßen ihre Mauersegler

Flugkünstler haben den weiten Weg aus Afrika nach Regensburg wieder gefunden

Mauerseglerkasten
Darstellung der Unterschiede zwischen Mauerseglern und
Schwalben, erläutert von Rektorin Arlet Wills (Foto ig)

Regensburg.(ig) Es ist wieder so weit. Die Grundschüler freuen sich, "ihre" Mauersegler hoch in den Lüften begrüßen zu können. Bekanntlich haben sie nun an dieser Schule, die bereits im Regensburger Volksmund die "Mauerseglerschule" genannt wird, seit zehn Jahren eine dauerhafte Heimat gefunden. Unter dem großen Dach der Schule befinden sich ihre Nistkästen. Dieser Tatbestand soll Anlass sein, ein bisschen nachzuforschen, wie es überhaupt an einer Grundschule zu so einem wunderschönen Gemeinschaftserlebnis "Grundschüler und Mauersegler" kommen konnte.

Vorausgeschickt werden muss, dass Rektorin Arlet Wills sich schon als Studentin mit diesem Thema befasst hat, und als sie ihr Praktikum an der Hans-Herrmann-Schule ablegte, dieses Thema noch vertiefen konnte. Für die vogelfreundliche Grundschule lege sie viel Wert darauf, sagte Rektorin Wills, dass bei den Kindern von der ersten bis vierten Klasse zuerst das Gefühl zur Natur angebahnt werde. Später soll es zu Fachwissen und motiviertem Handeln ausgebaut werden. Leider seien im neuen Lehrplan für die Grundschulen Bayerns weniger Themen über die Natur zu finden als im alten. Die einzige Möglichkeit, "Mauersegler" in der Jahrgansstufe eins bis vier einzubauen, besteht darin, diesen Bereich unter "Unser eigenes Thema" zu bearbeiten.

Das Interesse an den Mauerseglern begann im Sommer 1993, als der kleine "Siri" von der ehemaligen Rektorin Rowinski gefunden wurde. Die Aufzucht und die Fütterung dieses Jungvogels wurde in den Schulalltag einbezogen und mit Begeisterung von allen Schülern verfolgt. Damit begann eine kontinuierliche Fotogeschichte über das Leben der Mauersegler. Im September 1996 geht es darum, dass durch den geplanten Neubau der Hauptschule die seit 20 Jahren ansässige Mauerseglerkolonie in ihrem Brutgeschehen gestört wird.

Im Jahr 1998 beschloss die Schule, den Mauerseglern zu helfen, da es bald keine alten Brutstätten mehr geben wird. "Rettet die Mauerseglerkolonie an der Schule", war eine Aufgabe für die Grundschule. So wurde eine stattliche Anzahl von Nistkästen gespendet. Sie konnten im April 1998 am neuen Gelände der Grundschule angebracht werden. die dann im Mai von den Mauerseglern auch angenommen wurden. Dafür erhielt die Hans-Herrmann-Schule den Umweltpreis der Stadt Regensburg. Die Stadt zeigte sich großzügig und spendierte Ende 2002 weitere Nistkästen für den neuen Pausenhof.

Für das Jahr 2003 hat die Schule sich vorgenommen, rechtzeitig die Mauersegler anzulocken, was auch erfolgreich geschah. Die Schüler sollen also lernen, ihre Umwelt mit offenen Augen zu beobachten. Die Lehrkräfte stellen dazu Informationen zur Verfügung.

Zuerst werden die Schüler an die Vogelwelt herangeführt und lernen dann die Welt des Mauerseglers im Detail kennen. So kann ein Drittklässler erzählen, dass Mauersegler 20 000 Mücken am Tag verzehren können, dass sie im Fliegen schlafen können und "srisri" rufen, wenn sie sich unterhalten.

Quelle: Donau-Post, 01.05.2003
Stand: 26.09.2017 00:33
Mauersegler