Ein Gefühl, "als rennt man gegen die Wand"

Hauptschullehrerin Arlet Wills kämpft für die Mauersegler/ Unterstützung vom Bürgermeister

Aktionen zur Rettung der Mauersegler
Pädagogin und Vogelschützerin Arlet Wills zeigt die verschiedenen
Aktionen, die zur Rettung der Mauersegler gestartet wurden. (Foto: Lukesch)

von unserer Mitarbeiterin Angelika Lukesch

SALLERN. Lehrerin Arlet Wills liegt die Rettung der Mauerseglerkolonie im Stadtnorden am Herzen. Seit die Hans-Herrmann-Schule einer umfassenden Sanierung unterzogen wird, fürchtet die Pädagogin um die Mauerseglerkolonie, die seit vielen Jahren an der Schule brütet. Mit viel Einsatz schaffte es Arlet Wills, den eleganten Vögeln auch während der Umbauphase Nistmöglichkeiten zu schaffen.

Ich glaube, dass Bürgermeister Gerhard Webers Hilfe den Ausschlag dafür gegeben hat, dass man uns jetzt mit unserem Anliegen, die Mauersegler an der Schule zu schützen, ernst nimmt", meint die Grund- und Hauptschullehrerin A. Wills. Schon bei den ersten Gesprächen in Sachen Sanierung 1995 hat Arlet Wills zusammen mit der damals noch tätigen Rektorin Hedwig Rowinski das Problem mit den Mauerseglern angesprochen.

Immerhin fünfzig Mauerseglerpaare brüten schon seit vielen Jahren an der Hans-Herrmann-Schule- ganz oben in den Rollladenkästen unter den Fenstern. "Ein Mauersegler kommt immer wieder an den Ort zum Brüten zurück, an dem er selbst aufgezogen wurde", berichtet Wills im Gespräch mit der MZ und macht durch diese Aussage deutlich, dass es für die Mauerseglerkolonie - sollten die alten Nistplätze im Laufe der Sanierung ersatzlos verschwinden - erhebliche Probleme geben wird.

Doch Arlet Wills gab nicht auf, gleichwohl sie in ihren Bestrebungen, bei der Planung des Umbaus auch auf die Bedürfnissee der gefiederten Schulbewohner aufmerksam zu machen, das Gefühl hatte, sie "renne gegen eine Wand". Zwar gab der Landesbund für Vogelschutz Unterstützung und auch das Gartenbauamt stellte, so Wills, eine große Hilfe dar. Doch den Ausschlag dafür, dass die verantwortlichen Stellen im Planungsbereich das Problem der Mauersegler ernst nahmen, gab Bürgermeister Weber.

Seitdem ist man bemüht, auch den eleganten Seglern den Umzug von den alten Nistkästen in ein neues Domizil an der alten Stelle zu erleichtern, beispielsweise durch den Einbau von sogenannten "Niststeinen" in den Neubau. Niststeine werden wie ein normaler Ziegelstein in die Wand eingebaut. Im Inneren dieses speziellen Steines ist ein Hohlraum, der einen Mauersegler Platz zum Nisten gibt.

55 Mark kostet ein Niststein, und "acht Stück haben wir schon", freut sich Pädagogin Wills, die zusammen mit ihrer Klasse und den Schülern der Hans-Herrmann-Schule - angefangen vom Bastelbogen bis hin zur Unterschriftenaktion - eine Vielzahl von Aktionen gestartet hat, um an Spenden zum Kauf solcher Niststeine zu kommen. Für die mittlerweile schon ausquartierten Mauersegler, die derzeit in die Heimat zurückkommen und an der sanierten Schule vergeblich die alten Nistplätze suchen, ist auch schon eine Ausweichmöglichkeit geschaffen.

"Die Stadt spendete 15 Nistkästen, die in der Aktion "Rettet die Mauersegler der HHGS" schon an der Fassade des Neubaus angebracht wurden. Nun geht es freilich darum, ob die Mauersegler die neuen Kästen annehmen. Doch auch wenn in diesem Jahr ein Spatzenpärchen ihre Jungen drin aufziehen würde - im nächsten Jahr, so Wills zur MZ, "werden die Mauersegler die Spatzen dann rauswerfen und selber reinbrüten."

Quelle: MZ, 16.06.1998
Stand: 26.09.2017 00:33
Mauersegler